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Zur fünften Kölner Musiknacht

Liebe Besucher!

Dass wir in vielen Lebenssituationen improvisieren, findet ein klangvolles Echo in Jazz, Blues, Soul und Spiritual – seelisch-körperlichen Ausdrucksformen von Lebenslust, Schmerz, Erotik und Glauben. Zugleich sind diese Musikstile das Ergebnis von Migrationen: der Verschleppung schwarzafrikanischer Sklaven nach Nordamerika und der Verbreitung ihrer Musik um die ganze Welt. Beweglichkeit, Spontaneität, Buntheit und Experimentierfreude sind indes nicht nur Tugenden der Improvisierten Musik. Sie sind typisch für die Freie Musikszene insgesamt, die sich gerade in Köln in außerordentlicher Vielstimmigkeit und Qualität präsentiert.

Nach dem Fokus auf Neuer Musik im letzten Jahr stellt die Kölner Musiknacht diesmal die Improvisierte Musik mit all ihren Spielarten ins Zentrum. Nach 1945 entwickelte sich Köln schnell zur westdeutschen Jazz-Metropole, deren europäischer Ruf schon bald über den Atlantik in die Heimat des Jazz zurückstrahlte. So wie sich Jazz und Improvisierte Musik seit jeher im Austausch mit anderen Stilen entwickelten – mit Volks- und Unterhaltungsmusik, Elektronik, Rock, Pop, Klassik, Alter und Neuer Musik –, bietet die Kölner Musiknacht Gelegenheit, sich während eines langen Abends nach Belieben eigene Hörgänge durch die hiesige Musikszene zu bahnen. Der um den Globus groovende Jazz macht es uns vor. Ziehen auch Sie los! Gehen und hören Sie! Keep on swinging!

Bereits zum fünften Mal stehen Ihnen von 18 bis 2 Uhr mehr als 100 Konzerte an 25 über den Innenstadtbereich verteilten Orten offen, darunter allein über vierzig Programme mit Jazz- und Improvisationsensembles. Zentrale Idee ist es, das Publikum an weniger bekannte Orte zu locken und auf Musik neugierig zu machen, die es möglicherweise noch nie gehört hat. Manche Formationen und Stilistiken treten dazu an Spielstätten auf, an denen sie sonst eher nicht zu Hause sind. Veranstaltet wird dieses einzigartige Wandelkonzert vom Initiativkreis Freie Musik (IFM), zu dem sich seit 1999 inzwischen fast 400 freiberufliche Musiker, Ensembles und Veranstalter zusammengeschlossen haben, um für bessere Arbeitsbedingungen und eine stärkere Wahrnehmung und Wertschätzung ihrer chronisch unterfinanzierten Leistungen einzutreten.

Als Partner beteiligen sich die KölnTourismus GmbH sowie als Medienpartner der Kölner Stadt-Anzeiger und das Kulturradio WDR 3, das umfassend über die Musiknacht berichtet und den ganzen Abend abwechselnd aus dem Klaus-von- Bismarck-Saal und dem Stadtgarten live sendet. Unterstützt wird die Musiknacht vom Oberbürgermeister und Kulturamt der Stadt Köln, der SK-Stiftung Kultur, der Sparkassen Kulturstiftung Rheinland, dem Landesmusikrat NRW, dem Landschaftsverband Rheinland und der RheinEnergie-Stiftung Kultur. Erstmalig ist eine Zusammenarbeit mit DB Call a bike gelungen, so dass sich die verschiedenen Spielorte auch auf bereitgestellten Fahrrädern schnell erreichen lassen.

All diese Hilfen sind uns einmal mehr dankenswerte Ermutigungen, weiter an der Vernetzung der musikalischen Akteure untereinander und mit Einrichtungen der Stadt und des Landes zu arbeiten.

Dr. Rainer Nonnenmann
Initiativkreis Freie Musik
Köln, August 2009